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florian
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 Ja, eigentlich fing die ultimative Geschichte in Freiburg mit ihm an. Bevor er mit seinem Doktorvater aus Berlin in den Breisgau kam, existierte hier lediglich die Kontaktadresse von Utto, der aber dem Golfen verfallen war. Reinhard war hingegen angetrieben von dem in den 80igern noch stark ausgeprägten missionarischen Geist, Ultimate in Deutschland zu verbreiten. Und er hat gute Arbeit geleistet... Was muß er nur für Nerven gehabt haben, so einen Haufen Anfänger zu trainieren (mir ist dieser Job ein absoluter Graus). Aber er hatte innerhalb von zwei Sommersemestern genug Leute in Freiburg mit dem Virus infiziert, dass aus dem Nichts eine Mannschaft entstanden war, deren Spieleranzahl,​ körperliche Fitness und Gruppengefüge Grundlage für eine bis heute stabile Existenz DISConnections sein sollte. Stichwort stabile Existenz: Damals lieferten wir uns auf Turnieren immer wieder spannende Duelle mit Mannschaften wie Rheinos Wiesbaden, Loosers Karlsruhe, Flying Deutschman Nürnberg, Mosquitos Stockstadt, Spinellos Radolfzell, Seagulls Hamburg, die es heute alle mehr oder weniger so nicht mehr richtig gibt. Aber ich greife vor... ​ Ja, eigentlich fing die ultimative Geschichte in Freiburg mit ihm an. Bevor er mit seinem Doktorvater aus Berlin in den Breisgau kam, existierte hier lediglich die Kontaktadresse von Utto, der aber dem Golfen verfallen war. Reinhard war hingegen angetrieben von dem in den 80igern noch stark ausgeprägten missionarischen Geist, Ultimate in Deutschland zu verbreiten. Und er hat gute Arbeit geleistet... Was muß er nur für Nerven gehabt haben, so einen Haufen Anfänger zu trainieren (mir ist dieser Job ein absoluter Graus). Aber er hatte innerhalb von zwei Sommersemestern genug Leute in Freiburg mit dem Virus infiziert, dass aus dem Nichts eine Mannschaft entstanden war, deren Spieleranzahl,​ körperliche Fitness und Gruppengefüge Grundlage für eine bis heute stabile Existenz DISConnections sein sollte. Stichwort stabile Existenz: Damals lieferten wir uns auf Turnieren immer wieder spannende Duelle mit Mannschaften wie Rheinos Wiesbaden, Loosers Karlsruhe, Flying Deutschman Nürnberg, Mosquitos Stockstadt, Spinellos Radolfzell, Seagulls Hamburg, die es heute alle mehr oder weniger so nicht mehr richtig gibt. Aber ich greife vor... ​
  
-===== 1988 =====+==== 1988 ====
  
 Im Februar `88 spielten wir unser erstes Turnier: die Hallen-DM in Karlsruhe. Die muss wohl in der Karnevalszeit gelegen sein, denn es herrschte Verkleidungszwang. Vielleicht können sich noch einige daran erinnern, wie wir damals in weißen Kitteln als "Dr. Brinkmann & die Glottertäler"​ auftraten, alle Spiele verloren, bis auf eins (gegen Heidelberg, wo ausgerechnet gerade das Fernsehen da war und wir abends in der Sportschau unsern ersten Sieg verfolgen konnten). Was für ein Einstieg, aber was für ein Niveau. Ich erinnere mich an offene Schürfwunden an Knien, Ellbogen und Hüften, weil die Pässe einfach so schlecht waren. Viel Arbeit für Dr. Brinkmann... Im Februar `88 spielten wir unser erstes Turnier: die Hallen-DM in Karlsruhe. Die muss wohl in der Karnevalszeit gelegen sein, denn es herrschte Verkleidungszwang. Vielleicht können sich noch einige daran erinnern, wie wir damals in weißen Kitteln als "Dr. Brinkmann & die Glottertäler"​ auftraten, alle Spiele verloren, bis auf eins (gegen Heidelberg, wo ausgerechnet gerade das Fernsehen da war und wir abends in der Sportschau unsern ersten Sieg verfolgen konnten). Was für ein Einstieg, aber was für ein Niveau. Ich erinnere mich an offene Schürfwunden an Knien, Ellbogen und Hüften, weil die Pässe einfach so schlecht waren. Viel Arbeit für Dr. Brinkmann...
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 Die DM dieses Jahres haben wir jedenfalls noch nicht mitgespielt. Unser richtiger Durchbruch kam dann schließlich... Die DM dieses Jahres haben wir jedenfalls noch nicht mitgespielt. Unser richtiger Durchbruch kam dann schließlich...
  
-===== 1989 =====+==== 1989 ====
  
 Für mich begann dieses Jahr mit Genf. "​Papi"​ Reinhard hatte mich als förderungswürdiges Talent bei der Hand genommen und auf der 2. WIZ open bei den Stuttgartern (Chef da noch Mark Kendall) eingeschleust. Solche Erlebnisse haben natürlich bleibende Eindrücke hinterlassen - schließlich war das ein international erstklassig besetztes Turnier - und meine Begeisterung für den Sport überschäumen lassen. Für mich begann dieses Jahr mit Genf. "​Papi"​ Reinhard hatte mich als förderungswürdiges Talent bei der Hand genommen und auf der 2. WIZ open bei den Stuttgartern (Chef da noch Mark Kendall) eingeschleust. Solche Erlebnisse haben natürlich bleibende Eindrücke hinterlassen - schließlich war das ein international erstklassig besetztes Turnier - und meine Begeisterung für den Sport überschäumen lassen.
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 Aber auch diese Geschichte gehört zur DM ´89: Da gab es ein heroisches Volk in einer kleineren Großstadt im Nord-Badischen,​ das mit über 20 Spielern nach Süden zog, um die Erzfeinde aus dem Ruhrgebiet und anderen germanischen Landstrichen kräftig zu versohlen. Was aber in einem Debakel endete und unsere DM in weiten Kreisen als "​Alesia-Spiele"​ bekannt machte. Zwei wichtige Sachen muss ich zu diesem Jahr noch loswerden. Erstens hatten wir nach langer mühsamer Überzeugungsarbeit meinen Bruder Gerd langsam soweit, sein ultimatives Talent nicht verkümmern zu lassen; was er uns mit dem baldigen Transfer nach Wall City dankte. Zweitens tauchte irgendwann zu dieser Zeit Renate auf, die vorher ein Jahr in Genf studiert hatte und dort zum Ultimate kam. Das führte nicht nur zu einem Anstieg im Spaß-Quotienten (und der Tatsache, dass einer aus Karlsruhe ständig in unserer Nähe herumbalzte). Sie verschaffte uns eine Einladung zur 3. WIZ open in Genf 1990. Noch heute ist dieses Turnier in unserer Beliebtheitsskala an Nr. 1. Wir haben alle Wetter und Winde dort durchgemacht und werden immer wiederkommen. Ich verbinde mit diesem Turnier Liebe, Leid, Leidenschaft und andere "​Gefühlsberge",​ so dass es für mich persönlich einen außergewöhnlichen Stellenwert besitzt. Unter anderem habe ich Katharina dort auf der Boots-Party kennen gelernt und sie davon überzeugen können, den Frauen-Ultimate in Freiburg zu bereichern. Wie selbstlos. Damit ist mir die Überleitung gelungen: zum Frauen-Ultimate in Freiburg. Das passt so ungefähr ins Jahr... Aber auch diese Geschichte gehört zur DM ´89: Da gab es ein heroisches Volk in einer kleineren Großstadt im Nord-Badischen,​ das mit über 20 Spielern nach Süden zog, um die Erzfeinde aus dem Ruhrgebiet und anderen germanischen Landstrichen kräftig zu versohlen. Was aber in einem Debakel endete und unsere DM in weiten Kreisen als "​Alesia-Spiele"​ bekannt machte. Zwei wichtige Sachen muss ich zu diesem Jahr noch loswerden. Erstens hatten wir nach langer mühsamer Überzeugungsarbeit meinen Bruder Gerd langsam soweit, sein ultimatives Talent nicht verkümmern zu lassen; was er uns mit dem baldigen Transfer nach Wall City dankte. Zweitens tauchte irgendwann zu dieser Zeit Renate auf, die vorher ein Jahr in Genf studiert hatte und dort zum Ultimate kam. Das führte nicht nur zu einem Anstieg im Spaß-Quotienten (und der Tatsache, dass einer aus Karlsruhe ständig in unserer Nähe herumbalzte). Sie verschaffte uns eine Einladung zur 3. WIZ open in Genf 1990. Noch heute ist dieses Turnier in unserer Beliebtheitsskala an Nr. 1. Wir haben alle Wetter und Winde dort durchgemacht und werden immer wiederkommen. Ich verbinde mit diesem Turnier Liebe, Leid, Leidenschaft und andere "​Gefühlsberge",​ so dass es für mich persönlich einen außergewöhnlichen Stellenwert besitzt. Unter anderem habe ich Katharina dort auf der Boots-Party kennen gelernt und sie davon überzeugen können, den Frauen-Ultimate in Freiburg zu bereichern. Wie selbstlos. Damit ist mir die Überleitung gelungen: zum Frauen-Ultimate in Freiburg. Das passt so ungefähr ins Jahr...
  
-===== 1990 =====+==== 1990 ====
  
 Die Tradition hochkarätiger Spielerinnen in Freiburg setzten nach Claudias und Ganes Weggang Renate, Motte, die aus Heidelberg zum Studium nach Freiburg kam, und Alex, die aus eigenen Reihen schnell "on top" war, fort. Dieses Triumvirat forcierte den Selbständigkeits-Gedanken,​ was zur Entstehung des "​Wilden Südens"​ führte. Diese Geschichte muss allerdings jemand anderes erzählen. Es ist allgemein bekannt, dass der Wilde Süden schnell und bis heute eine feste Größe in der Ultimate-Szene darstellte, obwohl mittlerweile das Triumvirat auf Freiburger Seite mit Birgit, Katrin und Katharina aus drei völlig anderen Spielerinnen besteht. Die Tradition hochkarätiger Spielerinnen in Freiburg setzten nach Claudias und Ganes Weggang Renate, Motte, die aus Heidelberg zum Studium nach Freiburg kam, und Alex, die aus eigenen Reihen schnell "on top" war, fort. Dieses Triumvirat forcierte den Selbständigkeits-Gedanken,​ was zur Entstehung des "​Wilden Südens"​ führte. Diese Geschichte muss allerdings jemand anderes erzählen. Es ist allgemein bekannt, dass der Wilde Süden schnell und bis heute eine feste Größe in der Ultimate-Szene darstellte, obwohl mittlerweile das Triumvirat auf Freiburger Seite mit Birgit, Katrin und Katharina aus drei völlig anderen Spielerinnen besteht.
Zeile 48: Zeile 48:
 Bei einer guten Mischung aus gemischt und separat gespielten Turnieren konnten doch ziemlich alle Bedürfnisse der Freiburger Spieler und Spielerinnen befriedigt werden. Denn diese Problematik hat uns, wie fast alle Teams, natürlich auch nicht verschont. Wobei es weniger um Männlein und Weiblein ging, als um die unterschiedlichsten Motivationen der einzelnen Spieler, Ultimate zu spielen. Da wir in Freiburg nie genug für zwei Mannschaften waren, mußten wir immer das Kunststück fertig bringen, ehrgeizigste Spieler und hohe körperliche Fitness mit körperlicher Benachteiligung und reiner Lust am Scheibenwerfen unter einen Hut zu bringen. Durch die grundlegende Arbeit von Reinhard sind wir doch eher in die erste Schiene geraten und einige sind vielleicht auch schmerzhaft außen vor geblieben. Aber wir sind auch nicht zu extrem auf die Ehrgeiz-Schiene geraten. Ein gewisses Niveau war uns schon wichtig, aber wir haben auch immer den Spass in den Vordergrund gestellt. Dafür steht fast die gesamte Mannschaft. Anfang Oktober fand in Berlin die "​Wiedervereinigungs-DM"​ statt. Hier wurde erstmals in Siebener-Ligen gespielt. Außer den Loosern, die unsere Zone geschickt auszuspielen verstanden, hatten wir die 2. Liga fest im Griff und konnten erneut Meister werden. Aber den vorläufigen Höhepunkt erreichten wir ... Bei einer guten Mischung aus gemischt und separat gespielten Turnieren konnten doch ziemlich alle Bedürfnisse der Freiburger Spieler und Spielerinnen befriedigt werden. Denn diese Problematik hat uns, wie fast alle Teams, natürlich auch nicht verschont. Wobei es weniger um Männlein und Weiblein ging, als um die unterschiedlichsten Motivationen der einzelnen Spieler, Ultimate zu spielen. Da wir in Freiburg nie genug für zwei Mannschaften waren, mußten wir immer das Kunststück fertig bringen, ehrgeizigste Spieler und hohe körperliche Fitness mit körperlicher Benachteiligung und reiner Lust am Scheibenwerfen unter einen Hut zu bringen. Durch die grundlegende Arbeit von Reinhard sind wir doch eher in die erste Schiene geraten und einige sind vielleicht auch schmerzhaft außen vor geblieben. Aber wir sind auch nicht zu extrem auf die Ehrgeiz-Schiene geraten. Ein gewisses Niveau war uns schon wichtig, aber wir haben auch immer den Spass in den Vordergrund gestellt. Dafür steht fast die gesamte Mannschaft. Anfang Oktober fand in Berlin die "​Wiedervereinigungs-DM"​ statt. Hier wurde erstmals in Siebener-Ligen gespielt. Außer den Loosern, die unsere Zone geschickt auszuspielen verstanden, hatten wir die 2. Liga fest im Griff und konnten erneut Meister werden. Aber den vorläufigen Höhepunkt erreichten wir ...
  
-===== 1991 =====+==== 1991 ====
  
 Allerdings hatten wir auf der Relegation wieder mal nicht den Sprung in die erste Division geschafft. Ich meine mich zu erinnern, dass vor allem die Seagulls aus Hamburg uns erneut im Wege standen, uns im entscheidenden Spiel routiniert auf Distanz hielten. Aber sie hatten sich dabei so verausgabt, dass sie zur DM nicht angetreten sind. In diesem Jahr fand zum ersten und bis dato letzten Mal eine getrennte DM statt: 1. Liga und Frauen in Stuttgart, 2. und 3. Liga in München. Etwa drei Tage vorher mußten wir also unser Reiseziel ändern: Wir hatten (als berechtigter Nachrücker) unseren ersten Auftritt in der "upper class"​. Allerdings hatten wir auf der Relegation wieder mal nicht den Sprung in die erste Division geschafft. Ich meine mich zu erinnern, dass vor allem die Seagulls aus Hamburg uns erneut im Wege standen, uns im entscheidenden Spiel routiniert auf Distanz hielten. Aber sie hatten sich dabei so verausgabt, dass sie zur DM nicht angetreten sind. In diesem Jahr fand zum ersten und bis dato letzten Mal eine getrennte DM statt: 1. Liga und Frauen in Stuttgart, 2. und 3. Liga in München. Etwa drei Tage vorher mußten wir also unser Reiseziel ändern: Wir hatten (als berechtigter Nachrücker) unseren ersten Auftritt in der "upper class"​.
Zeile 58: Zeile 58:
 Inzwischen war Reinhard mit seinem Doktor fertig und nach Karlsruhe verzogen. Er spielte in Stuttgart auch schon bei der nordbadischen Konkurrenz. Aber ich glaube, sein Herz schlug für uns: er hatte uns schließlich so weit gebracht. Es folgte eine Zeit ohne eine richtige Führungsperson,​ wie Reinhard es war. Das war auch zunächst kein Problem, zumindest kein großes. Die Aufgaben wie Organisation,​ Training und Spielführer auf Turnieren wurden verteilt und immer wieder anderen Personen zugeteilt. Da die Struktur in der Mannschaft relativ harmonisch war, klappte das auch noch in den Jahren 1991 und... Inzwischen war Reinhard mit seinem Doktor fertig und nach Karlsruhe verzogen. Er spielte in Stuttgart auch schon bei der nordbadischen Konkurrenz. Aber ich glaube, sein Herz schlug für uns: er hatte uns schließlich so weit gebracht. Es folgte eine Zeit ohne eine richtige Führungsperson,​ wie Reinhard es war. Das war auch zunächst kein Problem, zumindest kein großes. Die Aufgaben wie Organisation,​ Training und Spielführer auf Turnieren wurden verteilt und immer wieder anderen Personen zugeteilt. Da die Struktur in der Mannschaft relativ harmonisch war, klappte das auch noch in den Jahren 1991 und...
  
-===== 1992 =====+==== 1992 ====
  
 Die A-Relegation veranstalteten wir selbst hier am Seepark, um auf vertrautem Gelände, vor heimischem Publikum (ein oder zwei...) und angefeuert von unseren Mädels den Verbleib in der ersten Liga zu schaffen. Im entscheidenden letzten Spiel gegen die Skywalker aus Rotenburg, mitten in einem Wolkenbruch,​ gelang uns dann allerdings nichts mehr. Solche Wetterverhältnisse waren wir nicht gewohnt. Die A-Relegation veranstalteten wir selbst hier am Seepark, um auf vertrautem Gelände, vor heimischem Publikum (ein oder zwei...) und angefeuert von unseren Mädels den Verbleib in der ersten Liga zu schaffen. Im entscheidenden letzten Spiel gegen die Skywalker aus Rotenburg, mitten in einem Wolkenbruch,​ gelang uns dann allerdings nichts mehr. Solche Wetterverhältnisse waren wir nicht gewohnt.
Zeile 64: Zeile 64:
 Auf der DM in Herne, wieder alle Ligen zusammen und wieder bei gutem Wetter, hatten wir leichte Personalprobleme (siehe Foto): zu neunt mußten wir antreten, weil Christoph sich auf dem Franken-Cup einen Bänderriss zugezogen hatte. Er konnte uns in Herne nur als Coach mit Gips und Krücken zur Seite stehen. Um so erstaunlicher,​ dass wir trotzdem ins Finale einziehen konnten. Es war allerdings das letzte Jahr, in dem wir Sauerlach, Zamperl und Wall City hinter uns lassen konnten. Im Finale gegen die Red Barons mußten wir jedoch dem Spielermangel und der Hitze Tribut zollen: in der zweiten Halbzeit erlebten wir einen totalen Einbruch. Trotzdem waren wir sehr zufrieden mit der Platzierung,​ denn es sollte alles noch viel schlimmer kommen... Auf der DM in Herne, wieder alle Ligen zusammen und wieder bei gutem Wetter, hatten wir leichte Personalprobleme (siehe Foto): zu neunt mußten wir antreten, weil Christoph sich auf dem Franken-Cup einen Bänderriss zugezogen hatte. Er konnte uns in Herne nur als Coach mit Gips und Krücken zur Seite stehen. Um so erstaunlicher,​ dass wir trotzdem ins Finale einziehen konnten. Es war allerdings das letzte Jahr, in dem wir Sauerlach, Zamperl und Wall City hinter uns lassen konnten. Im Finale gegen die Red Barons mußten wir jedoch dem Spielermangel und der Hitze Tribut zollen: in der zweiten Halbzeit erlebten wir einen totalen Einbruch. Trotzdem waren wir sehr zufrieden mit der Platzierung,​ denn es sollte alles noch viel schlimmer kommen...
  
-===== 1993 =====+==== 1993 ====
  
 Die Mannschaftstruktur veränderte sich langsam: Streitigkeiten brachen auf, zunehmend extremere Charaktere zeigten ihr Gesicht, bei denen die Bereitschaft zu Toleranz und Zusammenarbeit und die ultimative Fähigkeit zum Zurückstecken (Spirit) fehlte. Den absoluten Tiefpunkt in der Geschichte von DISConnection erlebten wir auf der (an sich wunderschönen) DM in Göttingen, als sich zwei Spieler von uns mitten in einem Spiel gegenseitig verprügelten. Die Mannschaftstruktur veränderte sich langsam: Streitigkeiten brachen auf, zunehmend extremere Charaktere zeigten ihr Gesicht, bei denen die Bereitschaft zu Toleranz und Zusammenarbeit und die ultimative Fähigkeit zum Zurückstecken (Spirit) fehlte. Den absoluten Tiefpunkt in der Geschichte von DISConnection erlebten wir auf der (an sich wunderschönen) DM in Göttingen, als sich zwei Spieler von uns mitten in einem Spiel gegenseitig verprügelten.
Zeile 73: Zeile 73:
 Naja, ganz so schlimm war´s doch nicht: zum Glück waren immernoch ein ganzer Haufen netter Leute dabei, die sich nicht prügelten; eigentlich sogar die Mehrheit. Naja, ganz so schlimm war´s doch nicht: zum Glück waren immernoch ein ganzer Haufen netter Leute dabei, die sich nicht prügelten; eigentlich sogar die Mehrheit.
  
-===== 1994 =====+==== 1994 ====
  
 ... gelang es mir erstmals, im Nationalteam für die WM in Colchester berücksichtigt zu werden. Nicht nur dieses Turnier, auch schon die Vorbereitungsphase mit drei Trainingslagern und zwei Länderspielwochenenden,​ haben mir sehr gut getan. In diesem Jahr habe ich mich fast nur auf den eigenen Spaß konzentriert,​ die Probleme in der eigenen Mannschaft habe ich versucht zu ignorieren. Aber zu dem Spaß, den mir dieses erste große internationale Turnier persönlich brachte, kamen eine Menge Anregungen vor allem im taktischen Bereich. Zum einen war es mir gegönnt, den Erstliga-Teams (fast alle Auserwählten waren Erstliga-Spieler) ein bißchen über die Schulter zu gucken, einschließlich der Übungen und Konzepte des Bundes-Berti´s,​ zum anderen taten die Spiele gegen die Schweden, Finnen und New York ein übriges. Es entwickelte sich natürlich der Drang, diese neuen Erfahrungen der Mannschaft weiter zu geben, aber auch langsam die Einsicht, dass auch eine Ultimate-Mannschaft eine Führung(-spersönlichkeit) braucht - diesem Gedanken hatte ich mich immer verweigert. ... gelang es mir erstmals, im Nationalteam für die WM in Colchester berücksichtigt zu werden. Nicht nur dieses Turnier, auch schon die Vorbereitungsphase mit drei Trainingslagern und zwei Länderspielwochenenden,​ haben mir sehr gut getan. In diesem Jahr habe ich mich fast nur auf den eigenen Spaß konzentriert,​ die Probleme in der eigenen Mannschaft habe ich versucht zu ignorieren. Aber zu dem Spaß, den mir dieses erste große internationale Turnier persönlich brachte, kamen eine Menge Anregungen vor allem im taktischen Bereich. Zum einen war es mir gegönnt, den Erstliga-Teams (fast alle Auserwählten waren Erstliga-Spieler) ein bißchen über die Schulter zu gucken, einschließlich der Übungen und Konzepte des Bundes-Berti´s,​ zum anderen taten die Spiele gegen die Schweden, Finnen und New York ein übriges. Es entwickelte sich natürlich der Drang, diese neuen Erfahrungen der Mannschaft weiter zu geben, aber auch langsam die Einsicht, dass auch eine Ultimate-Mannschaft eine Führung(-spersönlichkeit) braucht - diesem Gedanken hatte ich mich immer verweigert.
Zeile 81: Zeile 81:
 Am Ende des Jahres zeichnete sich ab, dass meine berufliche Zukunft in Freiburg den Anfang finden sollte, womit ich eigentlich nicht gerechnet hatte. Mit dieser überraschenden Wendung habe ich mich entschlossen,​ den Trainerposten fest zu übernehmen und mich wieder voll für DISConnection zu engagieren, was mir wieder ganz neue Erfahrungen einbringen sollte und auch eine ganz neue Motivation, weiter Ultimate zu spielen. Am Ende des Jahres zeichnete sich ab, dass meine berufliche Zukunft in Freiburg den Anfang finden sollte, womit ich eigentlich nicht gerechnet hatte. Mit dieser überraschenden Wendung habe ich mich entschlossen,​ den Trainerposten fest zu übernehmen und mich wieder voll für DISConnection zu engagieren, was mir wieder ganz neue Erfahrungen einbringen sollte und auch eine ganz neue Motivation, weiter Ultimate zu spielen.
  
-===== 1995 =====+==== 1995 ====
  
 Die Mannschaft veränderte sich langsam wieder in der Zusammensetzung:​ der Weggang einzelner Spieler und das Einbringen neuer Spieler ("​Söldner und eigene Jugend"​) gaben dem Team wieder ein freundlicheres Gesicht. Wir standen mit dem Rücken zur Wand: uns war klar, dass wir neue Spieler ziehen mußten, sonst würde DISConnection langsam aussterben. Besonders in diesem Jahr ist uns das gut gelungen. Leute wie Arno, Ele, Frank, Iris, Jörn, Katrin, Oli, Rudi und Steven haben zwar auf der DM in Rotenburg noch keine große Rolle gespielt, aber... Die B-Relegation in Karlsruhe haben wir (eher zufällig) mit zehn alten Hasen gespielt, was sich rundum erfolgreich gestaltete und riesig Spaß gemacht hat. Im entscheidenden Spiel konnten wir die "​aufmuckenden"​ Hansa 49ers noch zurechtweisen (für dieses Jahr!). Die Mannschaft veränderte sich langsam wieder in der Zusammensetzung:​ der Weggang einzelner Spieler und das Einbringen neuer Spieler ("​Söldner und eigene Jugend"​) gaben dem Team wieder ein freundlicheres Gesicht. Wir standen mit dem Rücken zur Wand: uns war klar, dass wir neue Spieler ziehen mußten, sonst würde DISConnection langsam aussterben. Besonders in diesem Jahr ist uns das gut gelungen. Leute wie Arno, Ele, Frank, Iris, Jörn, Katrin, Oli, Rudi und Steven haben zwar auf der DM in Rotenburg noch keine große Rolle gespielt, aber... Die B-Relegation in Karlsruhe haben wir (eher zufällig) mit zehn alten Hasen gespielt, was sich rundum erfolgreich gestaltete und riesig Spaß gemacht hat. Im entscheidenden Spiel konnten wir die "​aufmuckenden"​ Hansa 49ers noch zurechtweisen (für dieses Jahr!).
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 Dass wir dann auf der DM in Rotenburg nicht besser als wieder Fünfter abschnitten,​ muß ich voll auf meine Kappe nehmen. Es muss halt auch erstmal gelernt sein, eine Mannschaft zu führen. (Ich sage nur: "​gereizt!"​) Welche Verantwortung ich für mein eigenes Nervenkostüm auf solch einem Turnier habe, ist mir hier im nachhinein sehr klar geworden. Nichts desto trotz war ein spielerischer Aufwärtstrend im Team zu beobachten. Wir konnten immerhin Vorjahres-Erstligist Mainz hinter uns lassen; hier lagen die Nerven "​blanker"​. Dass wir dann auf der DM in Rotenburg nicht besser als wieder Fünfter abschnitten,​ muß ich voll auf meine Kappe nehmen. Es muss halt auch erstmal gelernt sein, eine Mannschaft zu führen. (Ich sage nur: "​gereizt!"​) Welche Verantwortung ich für mein eigenes Nervenkostüm auf solch einem Turnier habe, ist mir hier im nachhinein sehr klar geworden. Nichts desto trotz war ein spielerischer Aufwärtstrend im Team zu beobachten. Wir konnten immerhin Vorjahres-Erstligist Mainz hinter uns lassen; hier lagen die Nerven "​blanker"​.
  
-===== 1996 =====+==== 1996 ====
  
 ...begann beschissen: Genf fand nicht statt! Wir hatten richtig Mühe, aus dem Quark zu kommen. Dieses Turnier hatte uns nach der Winterpause immer den Kick gegeben: die Mannschaft erwachte zu neuem Leben und die Trainingsbeteiligung ging wieder steil nach oben. Das fehlte uns richtig letztes Jahr. Viele von uns spielten erst an Pfingsten in Heidelberg ihr erstes Turnier dieses Jahr. Ich mußte die erschreckende Beobachtung machen, dass nur Trainieren ohne Turnier langsam das Teamgefühl auffrißt, und sich die Leute im Training langsam anfingen anzukotzen. Auch im Training - oder gerade da, weil man gegen die eigenen Freunde spielen muss - ist die Balance zwischen 100%-igem Einsatz und 100%-igem Fairplay für viele Spieler ein Problem. Aber genau das ist es, was ich von den Leuten erwarte. Es gehört wohl zu den schwierigsten Aufgaben eines Trainers, die nötige Aggressivität zu provozieren,​ ohne dass diese persönlich wird und außer Kontrolle gerät. ...begann beschissen: Genf fand nicht statt! Wir hatten richtig Mühe, aus dem Quark zu kommen. Dieses Turnier hatte uns nach der Winterpause immer den Kick gegeben: die Mannschaft erwachte zu neuem Leben und die Trainingsbeteiligung ging wieder steil nach oben. Das fehlte uns richtig letztes Jahr. Viele von uns spielten erst an Pfingsten in Heidelberg ihr erstes Turnier dieses Jahr. Ich mußte die erschreckende Beobachtung machen, dass nur Trainieren ohne Turnier langsam das Teamgefühl auffrißt, und sich die Leute im Training langsam anfingen anzukotzen. Auch im Training - oder gerade da, weil man gegen die eigenen Freunde spielen muss - ist die Balance zwischen 100%-igem Einsatz und 100%-igem Fairplay für viele Spieler ein Problem. Aber genau das ist es, was ich von den Leuten erwarte. Es gehört wohl zu den schwierigsten Aufgaben eines Trainers, die nötige Aggressivität zu provozieren,​ ohne dass diese persönlich wird und außer Kontrolle gerät.
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 Aber wir hatten dieses Jahr sehr gute Stimmung im Team und auf der DM lief dann auf einmal alles wie am Schnürchen:​ nur die Sauerlacher waren uns eine Nummer zu groß. Aber wir konnten erstmals Essen schlagen, Rotenburg und Stuttgart nach vielen, vielen Jahren endlich mal wieder und uns bei Hansa für die B-Reli-Niederlage revanchieren,​ sodass wir uns unverhofft nach vier Jahren mal wieder im Zweitliga-Finale befanden - so unverhofft, das dieses letzte Spiel zur Farce wurde: die Luft war draußen, Mibo hatte `ne Glatze und außerdem spielten unsere Mädels schon im Finale (!!!)... Und das größte Ding war dann die Verleihung des Spirit-Pokals. Mit dem Hintergrund der Ereignisse von vor drei Jahren bin ich in diesem Augenblick fast zusammengebrochen vor Freude. Aber wir hatten dieses Jahr sehr gute Stimmung im Team und auf der DM lief dann auf einmal alles wie am Schnürchen:​ nur die Sauerlacher waren uns eine Nummer zu groß. Aber wir konnten erstmals Essen schlagen, Rotenburg und Stuttgart nach vielen, vielen Jahren endlich mal wieder und uns bei Hansa für die B-Reli-Niederlage revanchieren,​ sodass wir uns unverhofft nach vier Jahren mal wieder im Zweitliga-Finale befanden - so unverhofft, das dieses letzte Spiel zur Farce wurde: die Luft war draußen, Mibo hatte `ne Glatze und außerdem spielten unsere Mädels schon im Finale (!!!)... Und das größte Ding war dann die Verleihung des Spirit-Pokals. Mit dem Hintergrund der Ereignisse von vor drei Jahren bin ich in diesem Augenblick fast zusammengebrochen vor Freude.
  
-===== 1997 =====+==== 1997 ====
  
 Unsere Trainingsbedingungen sind dieses Jahr so optimal, wie noch nie. Außerdem steckt uns das Schreckgespenst der 3. Liga nicht mehr im Nacken. Mit unseren jungen Leuten können wir unbekümmert in die A-Relegation gehen und dann "​schau´n wir mal"​... Unsere Trainingsbedingungen sind dieses Jahr so optimal, wie noch nie. Außerdem steckt uns das Schreckgespenst der 3. Liga nicht mehr im Nacken. Mit unseren jungen Leuten können wir unbekümmert in die A-Relegation gehen und dann "​schau´n wir mal"​...
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 A propos teilhaben: wie schon angedeutet, wollen wir Euch natürlich die ultimative Jubiläums-Ausgabe unseres Misch-Maschs anbieten, obwohl uns das wegen unseres Kanada-Trips ganz schön schwer fallen wird. Aber es wäre doch schön, wenn wir diese wunderbare Frisbee-geschichte mit Euch zusammen feiern könnten... A propos teilhaben: wie schon angedeutet, wollen wir Euch natürlich die ultimative Jubiläums-Ausgabe unseres Misch-Maschs anbieten, obwohl uns das wegen unseres Kanada-Trips ganz schön schwer fallen wird. Aber es wäre doch schön, wenn wir diese wunderbare Frisbee-geschichte mit Euch zusammen feiern könnten...
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-Ralf, DISConnection,​ Freiburg